Fünf Fehler, die Du vermeiden solltest, wenn Du ohne Verlag veröffentlichen willst.

Im digitalen Zeitalter wird vieles einfacher. Vor allem Bücher zu veröffentlichen war noch nie leichter als heute. Wer Ablehnungen von einem Verlag bekommt, kann ganz leicht sein Buch selbst veröffentlichen. Ein PDF Dokument in eine E-Book-Datei konvertiert, dann bei Amazon-Kindle hochgeladen und fertig. Es gibt extrem viele Anbieter, die Dienstleistungen für Selfpublisher anbieten. Beispielsweise BoD oder epubli.de oder neobooks.de und noch viele andere. Sie alle machen es dem Autor leicht. Und doch ist all das zu schön um wahr zu sein.

Hierbei handelt es sich um keine Verschwörungstheorie, sondern um eine Tatsache. Wer denkt, dass es reicht sein Buch herunterzubrechen und dann einfach ohne weiteres Zutun zu veröffentlichen, macht bereits in dem Moment viele Fehler.

Hier einmal 5 Dinge, die Du nicht tun solltest, wenn Du ein Buch veröffentlichen willst:

  1. Dein Buch ohne Korrektorat (Prüfung auf Rechtschreibung und Grammatik) hochladen
  2. Dein Buch ohne Lektorat (Prüfung auf Stil und Inhalt)  hochladen
  3. Dein Buch ohne Cover, selbstgemachtes Cover oder vorgefertigtes Cover hochzuladen
  4. Du hast Dein Buch vorher von Deiner Mutter absegnen lassen und andere Perspektiven brauchst Du nicht 
  5. Klappentext, Autorenfoto, Autorenvita sind selbstgemacht und von Social-Media und Online-Marketing hältst Du nichts

So groß Dein Ego auch sein mag, wenn Dein innerer Zweifler als Autor nicht groß ist, fast nicht vorhanden, wird es Zeit umzudenken. Es sei denn natürlich Du hast genügend Geld, um Dir teure Influencer leisten und in Dauerschleife Google Ads Werbung schalten zu können. Oder besitzt eine umfangreiche Portion Vitamin B, dann kannst Du auch Dein Ego behalten und weiter machen wie bisher.

Für alle anderen die etwas ändern wollen, fangen wir an.

Erster Fehler: Dein Buch ohne Korrektorat hochladen

Du hast ein Buch geschrieben. Und mag es bloß einhundert Seiten haben. Dein Buch ist lediglich ein Manuskript, auf welchem Datenträger es sich auch immer befindet, es ist eine rohe Datei, wie ein rohes Stück Fleisch. Kein Mensch mag ein rohes Stück Fleisch essen.

Und genau so kannst Du Dein fertig geschriebenes Buch betrachten. Es ist eine noch nicht ganz gar und verzehrbar. Wer jetzt gerne kocht, der weiß, dass er nach Beenden des Buches gerade einmal das Rezept herausgesucht hat!

Das Korrektorat kann man ganz leicht bekommen. Es gibt viele externe Quellen dafür. Vor allem sollte man auf die Reputation der jeweiligen Kandidaten achten. Da draußen tummeln sich viele Freelancer auf Plattformen wie fiverr.com oder freelancer.com und es gibt zahlreiche Seiten, um jemanden zu finden. Such einfach nach einem Lektor oder freiberuflichen Lektor. Oftmals bieten diese nicht nur ein Lektorat an, sondern auch ein Korrektorat. 

Wenn du denkst, dein Buch ist ein künstlerischer Ausdruck deiner Person, dann reicht es ein Korrektorat zu beauftragen, ein Korrektorat ist immer Pflicht!

Rechtschreibung und Grammatik sind wichtig, sie sollten einwandfrei sein oder zumindest sollte nicht in jedem Satz ein Fehler sein. Darum sollte man eine Korrektur des Buches absolut nicht vernachlässigen und hierfür bereit sein locker bis zu eintausend Euro hinzublättern.

Wer jetzt sagt, “Ich will nur Geld machen und keines ausgeben”, befindet sich nicht auf der richtigen Seite und sollte sich stattdessen besser einen Verlag suchen. Selfpublishing bedeutet Geld in die Hand zu nehmen und den gleichen Job zu machen wie Verlage. Wer das nicht kann, sollte es lassen. 

Wer jedoch sagt, dass er lediglich Geld mit dem Buch will, der kann auch versuchen mit Sprachtools und Rechtschreibprüfprogrammen zu arbeiten, die jedoch nicht annähernd so viel leisten können, wie ein gut ausgebildeter Lektor, Journalist und weitere die dein Buch auf Fehler prüfen können.

Im Übrigen ist es ein Mythos, dass ein Autor die Rechtschreibung und Grammatik einwandfrei beherrschen sollte.

Also suche dir einen Freelancer, schaue dich in Facebook in Gruppen um und versuche nicht dich vor dieser Arbeit zu drücken.

Zweiter Fehler: Dein Buch ohne Lektorat hochladen

Du denkst, dein Buch ist ein Kunstwerk und der rote Faden ist super. Auch deine Charaktere sind klasse durchdacht und Inhaltsfehler sind nicht vorhanden. Klasse!

Ich wünsche mir auch manchmal unfehlbar zu sein, leider ist Irren menschlich und ich vergebe dir!
Wer dir das nicht vergibt, sind deine Rezensenten auf Amazon, du kannst dich da warm anziehen, wenn es ein Stern Rezensionen regnet.

Digital ist alles möglich, auch negative Rezensionen machen vor deinem Buch keinen halt. Manche kaufen positive Rezensionen, aber wer das Geld nicht hat, sollte an einem Lektorat absolut nicht sparen.

Willst du, dass dein Buch ein Reinfall wird? 

Wenn du das nicht willst, dann ordere doch im Zusammenhang mit deinem Korrektorat gleich ein Lektorat mit. 

Natürlich gibt es auch Bücher, bei denen ein Lektorat absolut keinen Sinn ergibt. Dabei handelt es sich um Bücher, die reine Kunstmittel verwenden, wie beispielsweise das aneinanderreihen von Wörtern als Verdeutlichung eines Traumes. Solche Stilmittel können manche Lektoren die rein wirtschaftlich denken und nur das Interesse der Leser im Sinn haben nicht nachvollziehen und würden deine künstlerische Kreativität stagnieren. Dann ist die Rede von “Mainstream schreiben” und “so einfach wie möglich” damit der Leser nicht nachdenken muss. Hierbei muss man als Autor klare Grenzen ziehen und wissen, was man will. Möchte man Mainstream Literatur, die trivial ist oder möchte man den Leser auch motivieren nachzudenken?
Du als Autor musst dir von vornherein über deine Ziele im Klaren sein, noch bevor du das erste Wort tippst!

Weißt du das, weißt du auch, ob es dir lediglich reichen wird ein Korrektorat zu verlangen oder ob du auch ein Lektorat haben willst. Bei einfacher Unterhaltungsliteratur ist ein Lektorat im übrigen genauso Pflicht, wie ein Korrektorat.

Der dritte Fehler: Dein Buch ohne Cover, selbstgemachtes Cover oder vorgefertigtes Cover hochladen

Wer jetzt natürlich bewandert in Photoshop und Fotomontage ist und Mediengestalter, der kann gerne sein eigenes Cover gestalten. Das ist super, da hast du dir zweihundert Euro gespart. Dann überspringe den Punkt. 

Wer jetzt keine Ahnung von Photoshop hat und null Bock es sich beizubringen, der sollte bedenken, dass es nicht gut ist bereits da zu Angeboten der Dienstleister zu greifen, wie beispielsweise epubli.de oder neobooks.com es machen, ein Bild und Schriftzug fertig. Lass es sein und mach es richtig.

Premade Cover von Mediengestaltern findest du im Netz genug, die kosten meist unter fünfzig Euro oder mehr und sehen dazu auch gut aus. 

Eine andere Lösung ist die Mediengestalter direkt zu beauftragen, gib in deiner bevorzugten Suchmaschine einfach ein “Covergestaltung” und schon kriegst du genug Anzeigen. Wer nach organischen Anbietern sucht, sollte bis unter die Markierung Anzeige scrollen.

Für richtige Eigenbrötler empfehle ich folgende Methode, die ich erst vor kurzem entdecken durfte:

  1. Öffne Pixabay.com  (kostenlose Bilder zur kommerziellen Nutzung) oder mach ein eigenes Bild, sei kreativ.
  2. Such dir ein passendes Bild heraus
  3. Gehe auf die Seite Canva.com
  4. Melde dich dort kostenlos an, und suche einfach nach Buch-Cover
  5. Viel Spaß beim Basteln

Das Internet bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten ein tolles Cover zu bekommen, das nicht die Kunden vergrault. Denn bereits beim Cover fängt Marketing an. Und sagt auch bereits viel über deine Motivation als Autor aus!

Fehler Nummer Vier: Du hast dein Buch vorher nur von deiner Mutter absegnen lassen und andere Meinungen brauchst du nicht

Riesen Fehler! 

Etliche Schreibkurse und harte Arbeit stecken hinter den besten Autoren, hinter manchen steckt auch extrem viel Geld oder Vitamin B, aber worum es jetzt geht ist: Wie finde ich als Autor schon vorher Menschen, die mir Ihre Meinung sagen, bevor ich das Buch veröffentliche? 

Und dieser Schritt ist wichtig, denn so erfahrt ihr, was noch verbessert werden kann und was gut geworden ist.

Hier eine interessante Liste:

  • NaNoWriMo
  • Wattpad
  • fanfiction
  • Vorablesen.de (Deutschland)
  • Schon veröffentlicht und Rezensenten in den USA gesucht? Die Seite könnte interessant sein.

Vorablesen.de ist in Deutschland eine tolle Lösung, um schon vor der Veröffentlichung Rezensenten zu finden, aber auch um Kontakte zu Buchhändlern zu knüpfen. Auch Influencer befinden sich auf der Seite und dadurch macht sich Vorablesen.de unerlässlich.

Wer erst noch seine Rohfassung absegnen lassen will, kann auch neben den oben genannten Seiten einfach Freunde fragen oder auf Facebook-Gruppen zugehen.

Kleiner Tipp vorab: Gib nicht dein komplettes Werk zum Lesen an Fremde heraus! Händige lediglich zwei Kapitel aus. So schützt du dich, nutze Wasserzeichen und gib nicht zu viel preis!

Der sechste Fehler: Klappentext, Autorenfoto, Autorenvita sind selbstgemacht und von Social-Media und Online-Marketing hältst du nichts

Für deinen Klappentext und auch für deine Vita gilt, je weniger, desto besser und kontrollieren gerne auch vom Lektorat. Wenn du bereits dein Manuskript zur Überarbeitung an einen Lektor deines Vertrauens herausgegeben hast, kannst du diesen direkt fragen, ob es möglich ist, auch deine Vita und den Klappentext zu kontrollieren. Suche dir Hilfe, Frag nach und durchforste auch das Internet nach möglichen Tipps. 

Bei einem Klappentext reicht es, wenn du entweder eine spannende Stelle im Buch nutzt, um Lust auf mehr zu machen. Du kannst aber auch kurz und prägnant beschreiben, wer deine Charaktere sind, was sie in der Geschichte erleben und wie sie zu diesem Abenteuer kommen.

Beantworte die W-Fragen ohne zu Spoilern und du hast eine Rohfassung für deinen kurzen Klappentext. Und mit Kurz sind fünf bis acht Sätze gemeint. Eine Herausforderung, die mehr als einen Anlauf benötigt.

Dein Autorenfoto sollte professionell gemacht werden, nicht mit deinem Handy mal eben im Flur oder Wohnzimmer. Du als Autor bist eine Marke und solltest dich auch verkaufen können. Gestalte dich interessant, hebe dich hervor. Es gibt auch Autoren, die mit Masken auftreten, wie Benjamin Spang (siehe Instagram Bilder) oder ein Bücherregal als Hintergrund wählen. Für ein richtig professionelles Fotoshooting bezahlt man allerdings nochmal zweihundert aufwärts, wenn man keine Leute kennt die ein Kamera-Equipment und Zubehör besitzen.

Überlege dir wer du als Autor sein willst, was du ausdrücken möchtest und dann klappen das Foto und auch die Vita von alleine.

Was weitaus schwieriger wird, sind die Social-Media-Aktivitäten und das Online-Marketing. Wenn du darin nicht geschult bist und eigentlich nichts mitzutun hast, empfiehlt es sich Experten zu suchen. Eine andere Option ist sich zumindest Social-Media-Marketing so weit beizubringen, dass man eine Präsenz und Reichweite aufbauen kann.

Überlege dir zuerst eine Strategie, schau dir ruhig die Konkurrenz an und analysiere diese, was könntest du anders machen, um dich hervorzuheben. Sei kreativ und erfinderisch in deinen Inhalten, nutze vor allem Hashtags und hab keine Angst davor zu Beginn einige mehr zu verwenden. 

Da Social-Media ein umfangreiches Thema ist, empfiehlt es sich zumindest hier nochmal richtig zu recherchieren, was man vor allem zum aktuellen Zeitpunkt machen kann, um bei verschiedenen sozialen Kanälen Follower zu generieren.

Ebenso verhält es sich mit Online-Marketing. Es gibt unterschiedliche Fraktionen, die einen sagen, dass SEO und SEO, Blogs und eigene Website, so wie Google Ads und Amazon Marketing vollkommen reichen, um dein Buch zu vermarkten. Wiederum andere schwören, dass man unbedingt auch die Social-Media-Kanäle abdecken sollte.

Ein guter ausgewogener Marketing-Mix ist essenziell, doch wichtiger dabei ist, dass man eine Strategie verfolgt und ein harmonisches Gesamtbild schafft, welches die eigene Marke repräsentiert. Autor = Marke. 

Wem das bis hierhin schon zu viel war, kann sich an zahlreiche Helfer wenden, die für einen die Vermarktung übernehmen. Allerdings kostet auch das Geld.

Hier zwei Seiten:

Es gibt natürlich noch zahlreiche Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen. Man sollte dabei bedenken, dass die Vermarktung genauso teuer ist wie das Lektorat. Grundsätzlich gilt, so viel wie du für die Herstellung ausgegeben hast, solltest du auch in dein Marketing investieren.

Wem das alles zu teuer wird, sollte es weiter bei Verlagen versuchen.

Du siehst also, einfach nur Roman schreiben, dann ohne Lektorat auf Amazon hochstellen und abwarten was passiert, reicht nicht, um dein Buch in die Bestseller Liste zu befördern. Hinter jedem Buch steckt viel Arbeit und Geld.

Wenn du noch ein paar einfache Marketing Tipps suchst, schau doch hier vorbei: 5 einfache Marketing-Tipps für Autoren

Wenn du wissen willst, was meine Ansicht nach bedeutet einen Roman in einem Monat anzufertigen, findest du einen Artikel dazu unter diesem Link.

Und wenn du wissen willst, wie du das Handwerk Schreiben meisterst, lies doch hier einmal nach.

The Chronicles of the Gods – All Beauty Must Die von M.A.I.Pepper
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